Bereichsleitertagung des BSK

Fachtagung zum Thema barrierefreie Mobilität

Dieses Wochenende waren wir auf der dreitägigen Bereichsleitertagung des Bundesverbands der Selbsthilfe Köperbehinderter. Thema der diesjährigen Veranstaltung war die barrierefreie Mobilität.

An dem Wochenende gab es fünf Vorträge. Der erste hatte den Titel: "Barrierefreiheit im Fernlinienbus: Lohnt sich das wirklich?" von Ulf Schwarz dem Geschäftsstellenleiter des BSK. Der zweite Vortrag, der den ersten thematisch ergänzt hat, hatte die Überschrift "Meldestellte für barrierefreie Fernlinienbusse". Inhaltlich ging es dabei um die Mobilitäts- und Reisekette beim Reisen. Also um die Buchung sowie Informationsbeschaffung, um die An- und Abreisephase für die es barrierefreie Infrastruktur bei den Verkehrsmitteln, Haltestellen und Toiletten braucht und um die Reisephase im Bus. Derzeit gibt es in diesem Bereich verschiedene Rechtsquellen, die in Hinblick auf dieses Thema zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Zentrale Richtlinien sind die UN-Behindertenrechtskonvention, verschiedene EG-Richtlinien und Verordnungen sowie die Sozialgesetzbücher. Spannend zu wissen ist für Menschen mit Behinderung bei dem Thema Barrierefreiheit in Fernlinienbussen vielleicht, dass ab 2022 alle Fernlinienbusse barrierefrei gestaltet sein müssen. An der Erreichung der Barrierefreheit wird derzeit gearbeitet. Hierfür werden technische Anforderungen definiert und weitere Richtlinien erarbeitet. Eine im Lastenheft verankerte Vorschrift wird zum Beispiel sein, dass es stets zwei Plätze für Rollstuhlnutzer geben muss.

Der dritte Vortrag hatte den Ausschluss von E-Scootern aus dem ÖPNV zum Thema. Derzeit klagt der Bundesverband der Selbsthilfe Körperbehinderter vor zwei Gerichten, da der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen die Empfehlung rausgegeben hat, E-Scooter im öffentlicher Personennahverkehr nicht mehr mitzunehmen. Diese Empfehlung fußt aber auf einem veralteten Gutachten und ist aus Sicht des BSK nicht Rechtskonform. Daher die Forderungen: Beförderung muss möglich bleiben, Erforderliche Sicherung muss möglich sein, keine strengere Haftungsfrage für Scooterfahrer als für andere Fahrgäste, Bundeseinheitliche Gesetzgebung zur Beförderung von Menschen mit Behinderung und Aufstellung von nicht diskrimierenden Beförderungsrichtlinien.

Im vierten Vortrag ging es um barrierefreie Mobilität und Tourismus. Dieser Vortrag wurde von Andre Nowak, dem stellvertretenden NatKo Vorsitzenden, gehalten. Die NatKo hat es sich zur Aufgabe gemacht touristisches und nicht touristisches Reisen für Menschen mit Behinderung einfacher planbar zu machen. Hierfür wurde ein einheitliches Kennzeichnungssystem eingeführt, welches die Phasen "Informieren und Planen", "Orientieren", "Unterkunft", "Assistenz", "Essen", "Freizeit", "Unterhaltung", "Einkaufen" und "Erinnerung" berücksichtigt. Das Motto bei der Kennzeichnung ist so viel Erhebungstiefe wie nötig und so wenig möglich. Der Gast soll abschließend auf Grundlage der Daten selber entscheiden können, ob sein Ziel für seine Ansprüche und Bedürfnisse geeignet ist.

Der fünfte und letzte Vortrag hatte den Titel "Barrierefreiheit in der öffentlichen Mobilität im Freistaat Sachsen" und wurde von Kerstin Vietze gehalten. Ziel des Projekts ist die Umsetzung der baulichen Barrierefreieheit für S-Bahnen, Straßen und Stadtbahnen, Stadt- und Regionalbusse sowie Sonderverkehrsmittel im ÖPNV. Im Rahmen des Vortrags wurde dargestellt, in welchen Bereichen die Akteure beschlossen haben, die barrierefreiheit nach DIN 18040 zu definieren und welchen Bereichen davon abgewichen werden soll.

Abschließend kann man sagen, dass wir viele Eindrücke mitgenommen haben und gerne im nächsten Jahr wiederkommen. Nach der Tagung sind wir dem Ziel Experten für das ganze Feld des barrierefreien Bauens zu werden, wieder ein Stück näher gekommen.

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